Skat

Skat ist eines der beliebtesten Kartenspiele in Deutschland – wenn nicht das beliebteste. Es ist ein Stichspiel für drei Spieler, durch Reizen wird in jeder Runde der Alleinspieler neu bestimmt. Skat kann mit erweiterten eigenen Regeln locker in der Freizeit gespielt werden, oder auch als im Verein organisierter Sport mit einer Vielzahl an Turnieren.

Der Name des Spiels bezieht sich auf zwei Karten, die beim Geben separat weggelegt und später vom Alleinspieler aufgenommen werden können. Diese beiden Karten bilden den Skat (oder auch Stock). Das Wort ist auf das italienische Verb „scartare“ bzw. das französische Verb „écarter“ zurückzuführen, beide haben denselben lateinischen Stamm und bedeuten soviel wie „weglegen“. Der „Skat“ ist also das „Weggelegte“, dieser Grundzug des Kartenspiels gab dem gesamten Spiel seinen Namen.

Die Geschichte des Skatspiels:

Skat hat viele Vorläufer, Elemente des Spiels wurden etwa vom Dreiwendsch, vom Wendischen Schafkopf, vom L’Hombre und vom Tarock übernommen. Die Entwicklung lässt sich auf den Zeitraum zwischen 1810 und 1817 datieren, die Heimat des Spiels ist das thüringische Altenburg. Noch heute ist Altenburg als „Skatstadt“ bekannt. Die ältesten Abrechnungen der „Erfinderrunde“ – mehrere bekannte Altenburger Bürger ihrer Zeit – von 1813 sind erhalten, eine erste ausführlichere Beschreibung des neuen Spiels in einer Wochenschrift stammt von 1818.

Die Verbreitung des Spiels in den gesamten deutschen Sprachraum fand durch Studenten statt, namentlich durch thüringische und sächsische. Ein erstes Regelbüchlein datiert von 1848, die regionalen Arten waren jedoch vielfältig. Um dem Zerfall des Skat in viele eigenständige Spiele vorzubeugen, wurden die Regeln ab den 1870er Jahren sowohl vereinheitlicht als auch vereinfacht.

Der Deutsche Skatverband wurde schließlich 1899 gegründet, seinen Sitz nahm er in Altenburg. In den 1920er Jahren wurden die Regeln festgelegt, wie wir sie noch heute im Großen und Ganzen für das Spiel kennen – die Neue Deutsche Skatordnung war geboren. Ebenso wurden die Weichen für ein Deutsches Skatgericht gestellt, das bis heute strittige Regelfragen entscheidet. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging der Deutsche Skatverband nach Bielefeld, die Abrechnung für Turnierspiele wurde differenzierter. Das Internationale Skatgericht hat mittlerweile seinen Sitz in Altenburg, auch der Deutsche Skatverband ist kürzlich dorthin zurückgekehrt.

Die Spielregeln des Skatspiels
Skat wird von drei Spielern gespielt, in der Variante für vier Spieler setzt der Kartengeber die aktuelle Runde jeweils aus. Gespielt wird mit 32 Karten: Die Zahlenwerte 7, 8, 9 und 10, die Bildkarten Bube, Dame und König sowie das Ass jeweils in den vier Farben Karo, Herz, Pik und Kreuz. Im ost- und süddeutschen Raum wird statt des französischen Blattes gern das deutsche mit den Farben Schellen, Rot, Blatt und Eichel benutzt; bei den Bildkarten sind Bube und Dame durch Unter und Ober ersetzt. Um allen Ansprüchen gerecht zu werden, gibt es ein Turnierblatt mit deutschen Farben und französischen Zeichen.

Gegeben werden je 10 Karten pro Spieler, die übrigen beiden Karten – der „Skat“ – werden verdeckt beiseite gelegt. Die Spieler reizen nun auf die Stärke ihres Blattes, der Sieger des Reizens wird Alleinspieler und kann so durch einen möglichen Spielgewinn Punkte für eine über mehrere Spiele reichende Gesamtabrechnung bekommen. Er hat die Möglichkeit, den Skat aufzunehmen und zwei ihm nicht passende Karten verdeckt beiseite zu legen. Beginnend beim linken Mitspieler des Gebers werden insgesamt 10 Stiche gespielt, Ausspieler ist jeweils der Gewinner des letzten Stichs.

Nach dem letzten Stich werden die Punkte zusammengerechnet, es zählen: Bube=2, Dame=3, König=4, Zehn=10 und Ass=11 Punkte. Die Zahlenkarten 7, 8 und 9 zählen null Punkte und werden mithin auch als „Luschen“ bezeichnet. Von den insgesamt 120 zu vergebenden Punkten muss der Alleinspieler 61 haben, um zu gewinnen.

Beim Reizen sind die Buben entscheidend, sie sind in jedem Farbspiel unabhängig von der Trumpffarbe die vier höchsten Trümpfe. Kreuz hat stets den höchsten Wert vor Pik, Herz und Karo. Je nach Verteilung der Buben spielt der Alleinspieler „mit“ oder „ohne“ ein, zwei, drei oder vier (Buben), der Reizwert ergibt sich aus der Multiplikation mit den Werten für die Farben, die zwischen 9 und 12 liegen. Das höchste Reizangebot erhält das Spiel. Im Spiel selbst ist Bedienen Pflicht; wer die geforderte Farbe nicht bedienen kann, darf abwerfen oder mit Trumpf stechen.

Eine Besonderheit ist das Grandspiel, hier sind nur die vier Buben Trumpf, während die Farben gleichberechtigt sind. Entsprechend hat es einen höheren Spielwert als die Farbspiele. Um auch Spielern mit schwachen Blättern eine Chance zu geben, gibt es das Nullspiel: Hier gewinnt, wer als Alleinspieler keinen Stich bekommt. Es gibt beim Nullspiel keinen Trumpf, die Buben und Zehner werden eingereiht. Weitere Sonderpunkte in der Abrechnung gibt es etwa für „Schneider“ (eine Partei holt nicht mehr als 30 Punkte), „Schwarz“ (eine Partei holt keinen Stich), Handspiele (der Skat wird nicht aufgenommen) oder offene Spiele (der Alleinspieler legt seine Karten offen aus).

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