Schnapsen

Als Schnapsen wird ein Kartenspiel mit zwanzig Karten bezeichnet, welches man zu zweit spielen kann.

Die Geschichte von Schnapsen:
Das Spiel hat eine lange Tradition. Überlieferungen belegen, dass Schnapsen schon seit über 200 Jahren gespielt werden muss. So sagte Prof. Galletti am Gymnasium in Gotha schon: „Ihr denkt wohl, Geschichte ist so leicht als Schnarps? Ach, Geschichte kann man in einer Stunde lernen, aber an Schnarps muß man mehrere Jahre studiren.“ Den Namen hat das Spiel daher, weil früher um Schnapse gespielt wurde. Schnapsen wird auch als Sechsundsechzig bezeichnet. Dieser Name rührt daher, dass man bei dem Spiel insgesamt 66 Augen erreichen kann. Eine alte Sage besagt, dass das Spiel 1652 in der Schänke am Eckkamp Nr. 66 in Paderborn erfunden wurde. Daher auch der dritte bekannte Name für das Spiel, nämlich Paderbörnern. Im Leipziger Frauenzimmer-Lexicon, welches 1715 niedergeschrieben wurde, findet man eine Anleitung zum Spiel Schnapsen.

Die Spielregeln:
Ziel des Schnapsens ist es, durch Ansagen und Stiche, so schnell wie möglich 66 Augen zu sammeln. Nach einem Spiel erhält man, je gewonnenem oder verlorenem Spiel, Punkte. Die Augenwerte unterscheiden sich je nach Karte. Mit elf Augen ist das Ass der höchste Wert. Die Zehn zählt auch zehn Augen. Bube, Dame und König zählen zwei, drei beziehungsweise vier Augen.

Der Kartengeber wird als Teiler bezeichnet. Er wird vor einem Spiel durch Ziehen einer Karte bestimmt, wobei derjenige, der die höchste Karte zieht, zuerst austeilt. Zunächst erhält der Gegner, die so genannte Vorhand, und dann der Kartengeber drei Karten. Die siebte Karte wird, für alle offen sichtbar, aufgedeckt und bestimmt die Trumpffarbe. Danach erhält die Vorhand und dann der Teiler die letzten beiden Karten. Die restlichen zehn Karten, die den so genannten Talon bilden, werden quer über die Trumpfkarte gelegt.

Der Spieler, der in der Vorhandpostion ist, spielt den ersten Stich aus. Da weder Farb- noch Stichzwang bestehen, kann der Teiler eine beliebige Karte spielen. Der Teiler kann den Stich gewinnen, indem er eine höhere Karte derselben Farbe oder Trumpf spielt. Nach jedem Stich nehmen beide Spieler eine Karte vom Talon auf. Wenn der Talon aufgebraucht ist, besteht Farb- und Stichzwang. Das bedeutet ein Spieler muss mit einer höheren Karte derselben Farbe stechen. Hat er keine Möglichkeit dazu, muss er die angespielte Farbe bedienen. Kann er auch dies nicht, muss er mit dem Trumpf stechen. Wenn ihm auch dies verwehrt ist, kann er eine beliebige Karte wegwerfen. Wenn man sich nicht an diese Reihenfolge hält, hat man das Spiel verloren, was als so genannte Renonce bezeichnet wird.

Hast du nach einem Stich oder einer Ansage mindestens 66 Augen erreicht, kannst du dich ausmelden. Dadurch wird das Spiel beendet und jeder zählt seine gesammelten Augen. Sobald der Gegner gar keinen Stich erhalten hat, erhältst du drei Punkt. Bei maximal 32 Augen des Gegners erhältst du zwei Punkte. Bei mindestens 33 Augen deines Gegenübers, erhältst du lediglich einen Punkt. Hast du dich zu früh ausgemeldet, erhält dein Gegner so viel Punkte, wie er bei korrektem Ausmelden gewonnen hätte. Bereits beendete Stiche darf man nicht mehr einsehen, um eventuell nachzurechnen, wie viele Augen man hat.
Hat kein Spieler bis zum letzten Stich mindestens 66 Augen, gewinnt derjenige, der den letzten Stich erhält.

Hast du Dame und König von einer Farbe, kannst du diese während des Ausspielens ansagen und erhältst dafür Augen. Wenn die Ansage die Trumpffarbe betrifft, erhältst du 40 Augen. Betrifft die Aussage aber irgendeine andere Farbe, erhältst du 20 Punkte.

Wenn du die niedrigste Trumpfkarte auf der Hand hast, kannst du diese gegen die offen gelegte Trumpfkarte unterhalb des Talon austauschen.

Wenn du glaubst, dass du den Talon nicht benötigst, um die erforderlichen 66 Punkte zu sammeln, kannst du den Talon sperren. Dazu legst du die offene Trumpfkarte quer auf den Talon. Ab jetzt gelten die Regeln so, als ob der Talon bereits aufgebraucht wäre. Verliert derjenige, der den Talon gesperrt hatte, so erhält sein Gegner drei Punkte, wenn er beim Sperren noch keinen Stich hatte und zwei Punkte in jedem anderen Fall.

Die größte Beliebtheit genießt das Spiel in Österreich, wobei die Version des Preisschnapsens favorisiert wird. Desweiteren zählt das Spiel in Österreich nicht zu den Glücksspielen, sondern zu den Geschicklichkeitsspielen und kann daher auch von Leuten unter 18 Jahren gespielt werden. Das Preisschnapsen ist ein Turnier, in Form von K.O.-Spielen.

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